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c6 Wer mich kritisiert sollte mich erst kennen...

Jeder Mensch hat seine eigenen Ideen und Vorstellungen wie er sein Leben und sein Tun gestaltet. Jeder lebt nach seiner eigenen Philosophie und entwickelt sich ständig weiter zu dem was er ist. Sicherlich wird man geprägt von Menschen aus dem engsten Umfeld und leider auch von den wirtschaftlichen Zwängen und den gemachten Erfahrungen im guten wie im schlechten Sinn, aber der eigene Traum in einem selbst steht immer im Vordergrund und lodert wie ein großes Feuer.

Ich bin ein Genießer von ganzem Herzen... ich lege großen Wert auf gutes Essen denn gutes Essen ist für mich ein Stück Lebensqualität. Es muss kein teures Luxusprodukt sein, es muss kein Firlefanz und kein Schischi sein und ich brauche auch keine goldenen Löffel und silberne Teller... nur gut... ganz einfach nur gut muss es sein.

Meinen Beruf habe ich von der Pike auf gelernt und ich habe noch nie etwas anderes als kochen und Gastronomie gemacht. Immer hatte ich das Glück von guten Lehrmeistern lernen zu dürfen die mich nachhaltig geprägt haben und mir somit das Rüstzeug gaben, meinen eigenen Stil zu kreieren.

Ich bin ein glücklicher und dankbarer Mensch, weil ich in meinem eigenen Betrieb meine Ideen verwirklichen kann und weil ich so kochen darf wie ich es möchte.

Ich mache nicht alles um jeden Preis und ich schwimme nicht auf der jeweiligen Welle des gerade aktuellen Zeitgeist... Wenn jemand schon einmal den Unterschied von einem freilaufenden Weiderind und einem Rindvieh aus einer Schnellmast erlebt hat wird wissen von was ich rede. Ich gebe lieber etwas mehr Geld für mein tägliches essen aus als für sinnlose Extras beim Autokauf oder für Luxusklamotten und teure Urlaubsreisen.

Bei allem Wohlwollen kann ich es nicht jedem recht machen und nicht jeder sieht die Welt genau so wie ich und mancher findet einen Anlass zur Kritik... Kritik ist eine gute Sache, wenn Sie berechtigt ist und direkt und fair vorgetragen wird. Für Leute, die unter einem Pseudonym Dinge kritisieren und bewerten die gar nicht stimmen habe ich aber nur Verachtung übrig. Trotzdem ringen mir diese Zeitgenossen ein Lächeln ab denn sie suchen nur ein Erfolgserlebnis... wegen mangelnder Klasse halt auf diese Art und Weise...

In diesem Sinne... viel Spaß lesen meiner Chronik und beim beim stöbern auf meiner HP

Küchenmeister Fritz Schmid

 

Chronik & Geschichte Hotel Restaurant Zum Lamm

Wie schlicht und einfach alles begann mit uns Schmid's in Gundelsheim...

 

Aus kleinen Anfängen heraus, durch harte, ehrliche Arbeit und dem festen Willen etwas zu erreichen wurde hier in Gundelsheim ein Hotel-Betrieb geschaffen, der einen guten Ruf weit über die Gundelsheimer Stadtmauern und über die Landesgrenze hinaus genießt...

Im April 1957 übernahmen meine Eltern, Metzgermeister Karl Schmid und seine Ehefrau Frida die Gaststätte mit Metzgerei "zum Lamm" in Gundelsheim, nachdem sie zuvor sieben Jahre lang einen kleinen Pachtbetrieb in Nürtingen betrieben hatten. 

Der Hauptumsatz wurde damals mit der Metzgerei erwirtschaftet und die Gaststätte wurde im "gut bürgerlichen" Stil geführt. Als Übernachtungsmöglichkeiten standen 4 Fremdenzimmer "mit fließend kalt und warm Wasser" und Heizung zur Verfügung. Die Anfangszeiten waren hart und karg und es gab mehr Sorgen und Kummer als Freude und Erfolg. Ein Rückschlag folgte dem anderen... Von Anfang an waren wir nicht sehr beliebt im Ort, denn wir waren nicht nur "Reingschmeckte", sondern zu allem Elend auch noch evangelisch. Heute lachen wir über so etwas und viele können sich so etwas gar nicht vorstellen, aber damals war das leider ein großes Problem. Sehr oft wurden wir als "Lutherköpfe" verspottet und viele meiner Kameraden durften nicht mit mir spielen.

Mir geht bis heute folgende Begebenheit nicht aus dem Kopf: Ich schaute meiner Mutter zu wie sie vor dem Haus die Strasse fegte. Eine ältere Frau ging vorbei und meine Mutter sagte zu ihr grüß Gott. Die Frau hielt inne und sagte zu meiner Mutter: Frau Schmid, ich würde ja gerne bei ihnen in der Metzgerei einkaufen, aber sie sind doch evangelisch. Schlagfertig antwortete meine Mutter: Ach... machen sie sich da doch keine großen Gedanken gute Frau, die Rindviecher die wir schlachten kommen doch alle aus einem katholischen Stall. Meine Mutter nahm mich an der Hand und wir gingen ins Haus und ließen die verdutzte Frau einfach auf der Strasse stehen. So, der hab ich es einfach einmal sagen müssen, jetzt ist es mir wohler sagte meine Mutter zu mir und ich sah wie sie Tränen in den Augen hatte.

Oder... mein Bruder wurde von einem Auto angefahren. Er kam ins hiesige Krankenhaus und wurde am Kopf und an der Schulter genäht. Ein Mädchen kam zu uns in den Laden und sagte: Frau Schmid, sie sollen gleich ins Krankenhaus kommen ihr Sohn hat einen Unfall gehabt. Meine Mutter zog die Schürze aus, nahm mich bei der Hand und wir rannten zum Krankenhaus. Dort war soweit schon alles wieder im grünen Bereich. Eine der anwesenden Ordensschwestern sagte zu meinem Bruder: Bubele, da hast du aber einen guten Schutzengel gehabt... worauf eine andere Ordensschwester barsch entgegnete: Nein, nein... der hat keinen Schutzengel, der ist doch evangelisch. Als wir zusammen nach Hause gingen, fragte ich meine Mutter: Warum haben wir keinen Schutzengel, über unserem Bett hängt doch ein Bild mit einem Engel? Des blöde Mensch, des scheinheilige ist dumm wie die Nacht Bub, die kommt aber auch noch drauf, aber das verstehst du noch nicht... war die Antwort meiner Mutter. Solche Dinge brennen sich ein und haften für immer.

Ebenso war bei uns immer Geldmangel zu spüren. Meine Jugendzeit war kein "Zuckerschlecken". Sonderwünsche gab es nicht und das Wort des Vaters war Gesetz. Basta! Während meine Freunde Fußball spielten, musste ich in der Metzgerei meiner Eltern mitarbeiten. Wenn meine Freunde ein Fahrrad oder Rollschuhe bekamen, hieß es bei uns immer dazu haben wir kein Geld, das ist zu teuer, das können wir uns nicht kaufen.

Meine Schulkameraden erzählten nach den Ferien immer von Urlaubsreisen mit den Eltern nach Tirol, nach Italien oder in den Bayrischen Wald, Camping am Bodensee und, und, und. Mit großen Augen und weit aufgesperrten Ohren träumte ich nur von solchen Erlebnissen. Meine Mutter strich mir dann immer über den Kopf und sagte dazu nur: Bub, dazu haben wir kein Geld, das ist für uns zu teuer, das können wir uns nicht erlauben, wir müssen erst unsere Schulden bezahlen. Auf meine Nachfrage warum die anderen sich so etwas leisten konnten und wir nicht, sagte sie nur: Bub, das verstehst du jetzt noch nicht, später wirst du es einmal begreifen. Ich denke noch heute sehr oft an diese Worte. Wir durften jedes Jahr in den Ferien zu unseren Großeltern auf den Bauernhof ins Remstal. Das kostete nichts und es war trotzdem immer schön.

Damals nahm ich mir ganz fest vor, einmal das alles nach zuholen und die ganze Welt zu bereisen und mir alle meine Wünsche zu erfüllen, die ich habe.

Durch eine schwere Erkrankung meines Vaters war eine Steigerung oder gar eine Ausweitung der Geschäfte in dieser Zeit leider nicht machbar. Es wurde einfach nur "zusammenfortgewerkelt" so gut es eben ging.

Nachdem ich nach meiner Schulzeit 1966 eine Ausbildung als Koch begann und es für meine Eltern absehbar war, dass der Familienbetrieb doch irgendwie weiterging, wurden die ersten Schritte im Rahmen des Machbaren zur Modernisierung getan. Aufgrund der Erkrankung meines Vaters wurde die eigene Schlachtung aufgegeben und die Metzgerei Ende der 60er Jahre ganz geschlossen. Es wurden noch ein paar einfache Fremdenzimmer eingerichtet. Die Gaststätte mit nunmehr 10  Fremdenzimmern "zum Teil mit Dusche" wurde im einfacheren Stil so gut es ging weiterbetrieben.

Nach meinen "Wanderjahren" und meiner Sturm und Drangzeit, die mich als jungen Koch in die Schweiz, nach Schweden, Afrika, Amerika, und in die Mittelmeerländer führte, folgte ich 1972 dem Ruf meiner Eltern, nach Hause zu kommen und den Betrieb zu übernehmen.

Nach der ersten realistischen Bestandsaufnahme stand für mich fest, dass es kein leichtes Spiel und mit Sicherheit kein "Spaziergang werden würde, das Lamm nach meinen Vorstellungen zu gestalten und auf Kurs zu bringen.

Die Krankheit meines Vaters und die damit verbundene Stagnation hatten doch sehr tiefe Spuren hinterlassen. Ohne lange zu fackeln, mit dem unverbrauchten Elan und der Unbekümmertheit der Jugend gab es für mich aber keine Alternative. Ich wollte das Lamm - unseren Familienbesitz - unbedingt erhalten, aber ich wollte das Lamm grundsätzlich auch nach meinen ureigensten Vorstellungen von Gastronomie führen und zu einer festen Größe und zu einer der ersten Adressen in Gundelsheim und Umgebung machen. Ich wollte einfach raus aus der kleinbürgerlichen Ecke und nach vorne streben. Ich wollte es den anderen ganz einfach zeigen!

Mein erster Weg ging gleich zur Bank und ich bat dort ganz unbedarft um einen Kredit in Höhe von 25.000.- DM. Ich erklärte stolz und mit geschwellter Brust, dass ich nun der neue Besitzer vom Lamm bin und dass ich jetzt gleich und sofort den Betrieb renovieren und vergrößern möchte.

Das mitleidige Lächeln des Bankmenschen werde ich mein Leben lang nicht vergessen. Diese "phantasielose Krämerseele", dieser "Erbsen zählende Kleingeist" erklärte mir doch glattweg, dass das LAMM zwar mir gehöre aber die dazu gehörenden Schulden auch. Sie haben lieber Herr Schmid, nicht nur Besitz sondern auch Schulden übernommen. Wenn Sie keine Sicherheiten bieten können, ist auch kein Kredit möglich, weil die Schulden im Verhältnis zum Wert zu hoch sind. Alles Reden, alle meine kühnen Pläne die ich dem Mensch vortrug prallten an ihm ab wie Regentropfen am Fenster. Er blieb stur. Es war einfach nichts zu machen.

Gut, sagte ich zu ihm entnervt, ich habe zwar vor meinem heutigen Besuch bei ihnen bereits gewusst dass ich auch Schulden habe, ich habe auch gewusst dass ich keine Reichtümer besitze und ich habe auch gewusst, dass es nicht einfach sein wird meine Pläne umzusetzen... aber ich habe soeben auch gelernt, dass man sich ohne Anstrengung den Finger im Arsch abbrechen kann. Ich stand auf und drehte mich beim hinausgehen noch einmal um und sagte zu ihm: Ich fange trotzdem an und Sie können sich ihr Geld in den Arsch stecken... zur Sicherheit!

Ich hatte nun zwar immer noch kein Geld aber es war mir trotzdem plötzlich um einiges wohler in meiner Haut. So ein Erbsenzähler kriegt mich nicht klein. Das habe ich mir ganz fest auf dem Nachhauseweg vorgenommen. Ich hätte aber trotzdem vor lauter Wut laut heulen können so enttäuscht war ich...

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Am selben Tag noch rief ich meine wichtigsten Lieferanten an und machte mit allen einen gemeinsamen Termin im Lamm aus. Bei diesem Gespräch am runden Tisch stellte ich meine Pläne vor und sagte dann ganz am Schluss dass ich kein Geld hätte, diese zu realisieren. Ich bat inständig um Mithilfe in Form von längeren Zahlungszielen. Einige trauten mir etwas zu und waren bereit auf "Vorschuss" zu liefern, während andere das Risiko nicht eingehen wollten. Ich hatte aber die erste Hürde gemeistert und konnte nun wenigstens einmal anfangen...

Aus "Metzgerei und Gasthof zum Lamm" wurde das HOTEL RESTAURANT ZUM LAMM. Sämtliche guten Ratschläge ignorierend, folgte ich nur meinem Gefühl, vertraute auf meine eigene Leistungskraft und setzte meine Visionen Stück für Stück um. Ich hatte niemand den ich um Rat fragen konnte, denn es gab niemand in meinem Umfeld, der meinen Gedanken folgen konnte oder der mich wenigstens im Ansatz verstand.

Mit nicht einmal 22 Jahren stand ich 1972 einsam mit dem Rücken zur Wand und wagte den Sprung ins kalte Wasser. Ich hatte den festen Willen etwas zu bewegen und zu erreichen und ich hatte ständig meine Ziele vor Augen, die ich unbedingt erreichen wollte - koste es was es wolle! Allein schon, um es meinen Kritikern und denen, die mich nur gönnerhaft und mitleidig belächelten, zu zeigen. Ich brannte vor Ergeiz und ich wollte es allen Kritikern und allen "guten Freunden" beweisen, dass ich - und nicht sie - am Ende Recht haben sollten und dass der Glaube an sich selbst im wahrsten Sinne des Wortes viel bewegen und sogar Berge versetzen kann. Ich wollte wegkommen von Schlachtplatte, paniertes Schnitzel und als kulinarische Krönung Toast Hawaii. Das war nicht mein Ding. Ich wollte meine Kenntnisse und meine Eindrücke, die ich in aller Welt gesammelt habe, hier in Gundelsheim umsetzen. Ich wollte aber auf jeden Fall mir selber treu bleiben und mich auf keinen Fall verbiegen. Auch wenn ich von vielen als Spinner und als Paradiesvogel bezeichnet wurde, ging ich keinen Millimeter von meinem Weg ab. Heute, nachdem ich mich durchgesetzt habe, sagen die Leute: Der ist halt so... Wie sich doch die Zeiten ändern... Oder sind es die Menschen?

Mein Motto war schon immer: "Brav kann jeder"" Ich war und bin ein frecher Hund und dazu stehe ich auch. Es gab zu damaliger Zeit nur ganz wenige Menschen, die mir Mut machten und die es mir überhaupt zutrauten meine hochgesteckten Ziele zu erreichen. Fast alle prophezeiten mir, "dem Spinner", die baldige Bauchlandung und den totalen Ruin. Im Endeffekt warteten sie alle auf den ganz großen Knall. Selbst mein Vater prophezeite mir, dass ich irgendwann am Bettelstab landen werde, denn mit solchen Flausen im Kopf kann man es zu nichts bringen. "Der langhaarige Kerl" muss erst einmal lernen, was Schaffen ist, das waren seine Worte. Er verstand meine Ideen und Visionen nicht und ich hatte immer den Eindruck, dass wir zwar unter einem Dach, aber in zwei verschiedenen Welten lebten. Ich ließ mich aber nicht von meinem Weg abbringen und setzte meine Träume Stück für Stück in Realitäten um. Leider hat mein Vater nicht mehr erlebt, dass ich doch recht gehabt habe. Er starb sehr früh und hatte nicht einmal die Geburt meiner Tochter erlebt. Es wäre wunderschön, wenn mein Vater heute noch einmal hier sein und sehen könnte, dass er doch nicht recht gehabt hat. Ich bin mir ganz sicher, dass er sehr stolz wäre...

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Viele meiner damaligen "Freunde" und "lieben Kollegen" die mir ins Gesicht lächelten und mir "gönnerhaft" ihre Hilfe zusagten, warfen mir hinterrücks Steine in den Weg und bekämpften mich mit übler Nachrede und unsauberen Methoden. Aber, diese Krämerseelen habe ich schnell erkannt und ins Visier genommen. Aus den Steinen, die sie mir in den Weg legten habe ich mir Treppen gebaut und bin über sie hinweg gestiegen. Heute lache ich über diese armseligen Kleingeister, denn wenn ich mir diese anschauen möchte, muss ich ganz weit zurücksehen. Darauf bin ich ganz besonders stolz. Ich führte damals eine "exotische" Speisekarte ein und kochte Spezialitäten aus aller Welt. Löwe, Pythonschlange, Bär, Peli-Peli Huhn, Springbock, Haifisch, Osietra-Stör, Rochen und anderes Getier aus aller Welt gab es nun im LAMM in Gundelsheim. Das machte neugierig und zog sehr viele Gäste aus ganz Deutschland an. Diese ausergeöhnlichen Spezialitäten brachten uns die ganz großen Schlagzeilen. Wir waren praktisch "in aller Munde". Sehr oft kauften Gäste meine Speisekarte und ich musste darauf bestätigen welche Spezialitäten sie bei uns genossen hatten. Für 10.- DM wechselte damals eine Speisekarte den Besitzer und dieses ungeplante Zusatzeinkommen machte mich auch nicht ärmer.

Zeitungsreporter, Radiomoderatoren und TV Teams gaben sich bei uns die Klinke in die Hand und berichteten über die ungewöhnlichen Gerichte die hier angeboten wurden und trugen so zur Steigerung unseres Bekanntheitsgrades bei. Damals war TV noch überwiegend schwarz/weiß aber Gundelsheim war plötzlich nicht mehr Provinz sondern man redete darüber. Für Leute die darüber den Kopf schütteln folgendes: Damals war die Zeit einfach reif für solche Dinge. Alles war im Aufbruch und jeder wollte und konnte das Leben in vollen Zügen genießen. Jeder war bereit seine Grenzen auszuloten. Heute wäre dies ganz einfach nicht mehr machbar und auch der Zeitgeist ist heute ein anderer. Aber gerade das ist es doch letztendlich das was den Erfolg ausmacht. Immer zur richtigen Zeit das Richtige tun! Natürlich machte ich mir damals mit solchen Aktionen nicht nur Freunde. Es war mir aber schon immer möglich über bestimmten Dingen zu stehen. Ich wusste immer wie das Ziel aussah, während andere gar keine Vorstellungen hatten und nicht einmal dem folgen konnten was gerade aktuell war. Normalerweise müsste mein verlängerter Rücken aus purer Hornhaut sein, wenn ich mir überlege wie viele mir da schon Zeit meines Lebens herunterrutschen konnten.

Auch das rigorose "Aussortieren" der hereinkommenden Gäste brachte mir nicht nur Freunde. Viele begriffen nicht, warum man plötzlich im LAMM nicht mehr im Unterhemd sitzen und Karten spielen durfte. Viele konnten auch nicht verstehen, dass das laute unterhalten von Tisch zu Tisch und das Singen rustikaler Lieder ab sofort untersagt war. Dass auch das Bier aus Gläsern und nicht mehr aus Flaschen getrunken wurde, brachte für viele das Fass zum überlaufen. Der junge Rotzlöffel der wird schon noch sehen, wie weit er kommt mit seinen hochgestochenen Plänen. Was bildet der sich eigentlich ein. Der meint wohl er sei in Paris oder in London. Das waren noch die geringsten der dummen Sprüche, die ich mir anhören musste. Doch solche Sprüche gingen mir schon damals ganz sauber "am Arsch" vorbei. Das ignorieren solcher unqualifizierten Aussagen fiel mir nach genauem Betrachten dieser Typen recht leicht. Das war sowieso nicht meine Zielgruppe. Ich wollte Gäste ansprechen, die Speisen nicht als bekämpfen von Hunger und notwendiges Übel betrachteten, sondern solche die essen mit genießen in Verbindung bringen. Ich wünschte mir Gäste, die bereit waren für eine gute Leistung auch gutes Geld zu bezahlen und die vor allem Qualität zu schätzen wussten. Wie wenig sich doch in dieser Beziehung bis heute geändert hat.

Von Tag zu Tag konnte ich mich mehr durchsetzen. Das war für mich eine ganz große Motivation. In den ersten 10 Jahren meiner Selbständigkeit verzichtete ich auf Urlaub, auf freie Tage und auf alles andere, was Geld, unnötige Kraft und Zeit kostete nur um meine Ziele zu erreichen. Den einzigen "Luxus", den ich mir in dieser Zeit leistete, war die Ablegung meiner Meisterprüfung und die Teilnahme an verschiedenen internationalen Berufswettkämpfen bei denen ich immerhin über 30 Gold-, Silber- und Bronce Medaillen erringen konnte. Ebenso erkochte ich mir zahlreiche Ehrenpreise und viele Urkunden. Ich wollte es meinen Kritikern einfach beweisen und es den Anderen zeigen. Es war für mich immer ein Hochgenuss, wenn bei den Berufswettkämpfen hinter meinem Rücken getuschelt wurde wenn ich auftauchte. "Scheiß" der Schmid ist auch schon wieder da. Das brachte mich immer in Hochstimmung.

Es waren harte Jahre und doch - es war auch eine wunderschöne Zeit. Ich schmeckte zum ersten Mal, wie "süß" Erfolg sein konnte, merkte aber auch schnell, wie hart Rückschläge sein können und wie schmerzhaft und bitter Misserfolge sind. Ich lernte jeden Tag dazu, ich lernte viele Menschen kennen und diese auch richtig einschätzen, und ich bekam langsam das Gespür die Spreu vom Weizen zu trennen und die Schwätzer und Besserwisser von den ehrlichen Freunden, die durch Mitarbeit und mit konstruktiver Kritik und vielen guten Anregungen halfen, zu unterscheiden. Die Neider traten nach den ersten Erfolgen auch langsam auf den Plan und diese zeigten mir dann letztendlich auch, dass ich auf dem richtigen Weg war. Ich machte eine sehr interessante Erfahrung: Neider muss man sich wirklich durch harte Arbeit und gute Leistungen sehr, sehr hart erkämpfen. Doch von Monat zu Monat konnte ich den Erfolg sehen und spüren, und dies beflügelte mich immer wieder zu neuen Taten und Aktionen. Persönlicher Verzicht war für mich kein Problem, das LAMM stand für mich immer an erster Stelle. In einem Gewaltakt wurde nun die zweite und dritte Etage zu gemütlichen Gästezimmern, zwar schlicht und einfach, aber alle mit Dusche und WC, ausgebaut.

1978 konnte ich auch den ehemaligen "Württemberger Hof" erwerben. Ich war zwar bis zur Halskrause mit Schulden gesegnet aber so eine Chance bietet sich wahrscheinlich nur einmal im Leben. Ohne Scheu vor zusätzlichem Risiko kaufte ich das Anwesen komplett auf Pump. Ohne eine müde Mark Eigenkapital finanzierte ich das Objekt mit einer Bank deren Geschäftsleitung mir dies auch zutraute. So eine Aktion ist nur in einer bestimmten Altersphase möglich. Wenn ich heute daran zurückdenke, muss ich ehrlicherweise selber den Kopf schütteln. Ich war damals aber von dem Erfolg überzeugt und ich hatte ja auch recht behalten. Ich habe die Neuerwerbung nach Ablösung des bestehenden Bierbelieferungsvertrages zu einem Gästehaus mit 45 Betten ausgebaut. Nun war ich in der Lage, auch größere Reisegruppen unterzubringen.

Der berufliche und der wirtschaftliche Erfolg stellte sich sprunghaft ein, und jede verdiente Mark investierte ich sofort wieder in den Betrieb. Ich gestaltete die Außenfassade neu und gab so dem LAMM ein ganz neues Gesicht. Das wirkte nun noch einladender und der Gästezuspruch stieg und stieg. Jetzt konnte endlich auch einmal der eine oder andere private Wunsch erfüllt werden. Das ist auch nötig und Balsam für die Seele. Einer meiner größten Wünsche, ein eigenes Oldtimermuseum, wurde realisiert. Das Gundelsheimer Oldtimermuseum wurde Zug um Zug erweitert und wuchs auch stets mit dem Gesamtbetrieb mit. Das auch aus kleinen Anfängen heraus entstandene Hobby entwuchs aber sehr schnell den Kinderschuhen und wurde zu einem zweiten ganz wichtigen Standbein von unserem LAMM. Doch wer rastet, der rostet... Jeder Stillstand und jede Selbstzufriedenheit ist für einen Selbständigen der erste Schritt in den Abgrund. Denn auch die Zeit bleibt nicht stehen, und mit dem Wohlstand wachsen auch immer die Ansprüche der Gäste. Was gestern noch toll und super war, ist heute veraltet und einem anspruchsvollen Gast beim besten Willen nicht mehr zuzumuten. Der Betrieb muss auch mit seinem Ruf wachsen und immer mit der Zeit gehen. Grundsätzlich einen Schritt voraus - nie einen Schritt hinterher, das ist einer meiner Grundsätze Das Eingehen eines bestimmten Risikos ist auf dem Weg zum Erfolg grundsätzlich erforderlich, denn ein Schritt rückwärts, kann auch unvorsichtig sein.

1991 wurde deshalb in einem Zug das komplette HOTEL RESTAURANT ZUM LAMM von Grund auf sehr sorgfältig und aufwändig renoviert und auf den allerneuesten Stand gebracht. Es wurden weder Kosten noch Mühe gescheut. Vom Tag der ersten Planung bis zur Fertigstellung war klar, dass das Endprodukt LAMM in neuem Glanz erstrahlen und dass nicht an der falschen Stelle gespart werden sollte. Der Erfolg gab uns recht. Von allen Seiten wurde uns Lob und Anerkennung zuteil. Angefangen von der Außenfassade über die Inneneinrichtung der Gasträume bis zu der kompletten Sanierung und Neueinrichtung aller Gästezimmer mit einer zeitgemäßen Ausstattung mit TV, Dusche, Bad, WC, Telefon und Fön wurde unser LAMM einer Verjüngungskur unterzogen. Unsere Küche wurde ebenfalls modernisiert und dem Stand der Zeit angepasst.

Nun wurden wir auch im Schlemmerlexikon und in verschiedenen Gourmetführern lobend hervorgehoben. Bei der Wahl "Die beliebtesten Hotels in Deutschland" landete das LAMM auf Platz 9 und Platz 4 (!) Bei der Auswahl "Ausgewählte Tagungshotels zum wohlfühlen sind wir seit Jahren unter den ersten Adressen bundesweit zu finden (!)

Im Familienkreis wurde 1993 der komplette Ausbau und die Sanierung unseres Gästehauses beschlossen und konsequent durchgeführt. Wieder einmal bestätigte sich meine Maxime, dass nur konsequentes Handeln und Umsetzung der getroffenen Entscheidungen ohne Kompromisse und ohne wenn und aber zum Erfolg führen. Wir haben mit unserem LÄMMLE ein TAGUNGS-CENTER mit allen erdenklichen zeitgemäßen und benötigten Ausstattungen für erfolgreiche Seminare und Schulungen geschaffen. Ebenso schufen wir in diesem Objekt auch einen dringend benötigten modernen Bankettsaal für Festlichkeiten bis 100 Personen. Das Lob unserer Gäste, die überzahlreichen Buchungen und die ständigen Weiterempfehlungen zeigten uns ganz deutlich, auch hier mit diesem neu geschaffenen Objekt wieder einmal den Nagel auf den Kopf getroffen zu haben. Doch nicht nur Tagungen, Schulungen, Konferenzen und größere Festlichkeiten werden in unserem LÄMMLE abgehalten, sondern auch unsere inzwischen weit bekannten und beliebten Haus-Seminare mit den verschiedensten Themen und Großveranstaltungen "mit dem gewissen etwas".

Trotz aller Anstrengungen und ständigen Investitionen, dasLeben dreht sich immer schneller und ein Ausruhen ist fast nicht möglich. Der harte Wettbewerb und der eigene Anspruch immer auf dem Stand der Zeit zu sein und den Gästen das bestmöglichste zu bieten, treibt uns zu immer neuen Anstrengungen. Wie eine Spirale dreht sich das Ganze immer weiter und weiter und weiter...

Anfang 2006 wurde noch einmal richtig Geld in die Hand genommen und das ganze LAMM von oben bis unten aufgefrischt und modernisiert denn mit der Zeit hatte das LAMM schon wieder etwas Patina angesetzt und es war an der Zeit eine Verjüngungskur durchzuführen.

Die WC Anlagen wurden komplett erneuert und "nach Art des Küchenmeister Fritz Schmid" einfach ungewohnt und außergewöhnlich gestaltet. Ich wollte wieder etwas tun, das keiner erwartete und das es so auch nirgends gibt. Es ist für mich immer eine große Genugtuung und Freude, wenn Gäste hereinkommen und schwärmen: Mein Gott, habt ihr schöne Toiletten...

Das Schloss Horneck Zimmer wurde aufwändig im Rokoko Stil in ein schnuckeliges Tagescafe umgestaltet. Damit wurde ein von mir lange gehegter Traum endlich verwirklicht und unsere Götzenstube wurde in einen gemütlichen, urigen Frühstücksraum verwandelt. Beide Räume eignen sich aber auch hervorragend für stilvolle Festlichkeiten bis 40 Personen.

Trotz aller Strapazen, trotz manchem Verzicht und trotz vielen Rückschlägen und Niederlagen sowohl im privaten wie auch im geschäftlichen Bereich, trotz zahlreichen sehr bitteren Enttäuschungen und zeitweise mehr Schulden wie Haare auf dem Kopf, möchte ich heute eine positive Bilanz ziehen.

Es hat sich trotzdem gelohnt - es war für mich wirklich die große Erfüllung meines Jugendtraumes, und es war mir das Opfer wert. Für mich war und ist es immer eine ganz klare Verpflichtung das Familienerbe zu bewahren. Auch wenn das nicht jeder begreift ist es doch ganz einfach zu erklären: Wenn einem Baum immer und immer wieder die komplette Krone gestutzt wird und wenn er ständig bis zur Unkenntlichkeit zurück geschnitten wird, ist er trotzdem noch lebensfähig, wenn er im Boden noch fest verwurzelt ist. Mein Boden war und ist die Tradition der ich mich verpflichtet fühle, vielleicht auch weil ich es als kleiner Bub sehr oft mitbekommen habe, wie schwer es meine Eltern hatten. Das ist es, was mich in kritischen Situationen stark und unangreifbar macht.

Ich konnte bis heute fast alle meine Vorstellungen und Ziele erreichen. Ich hatte das große Glück, meine Träume ausleben zu können und ich habe die innerliche Zufriedenheit und die Genugtuung etwas in meinem Leben bewegt zu haben. Ich habe gigantische Höhen erklommen, aber auch tiefe Täler durchschreiten müssen. Alle meine Entscheidungen habe ich immer nach Gefühl und aus dem Bauch heraus getroffen und fast immer bin ich damit richtig gelegen. Ich bin kein Schreibtischtäter und auch trockene Zahlenspiele sind nicht mein Ding. Herumdiskutieren und ewiges blabla" kann ich nicht leiden. Ich bin ein Mann der Entscheidungen. Bodenständigkeit und das konsequente Ausleben von Träumen können effektiver sein als ständiges Gefasel. Ich bin der lebende Beweis für diese These.

Ich habe es aber letztendlich allen meinen Kritikern und auch den überzahlreichen "Klugscheißern" bewiesen, dass ich doch recht gehabt habe. Ich habe bis heute die schwierigsten Situationen gemeistert und öfter als mir lieb war "eins auf die Glocke" bekommen. Trotzdem bin ich immer ein Stück vorwärts gekommen. Und, Ich bin immer ich selbst geblieben. Keiner konnte mich knicken oder verbiegen!

Aber und das ist auch ein ganz wichtiger Punkt: Ich habe viel Glück gehabt und ich bin in meinem Leben auch immer im richtigen Moment den richtigen Leuten begegnet. Ich hatte das Glück in der richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und oft auch die richtige Idee zu haben. Ich hatte die Chance zu erkennen wo "eine Mark zu machen war" und wo das Glück auf mich wartete. Ich durfte erkennen wo ich hart bleiben musste und wo ich über meinen Schatten springen musste. Dafür bin ich unserem Herrgott sehr dankbar. Im Grunde bin ich ein Einzelkämpfer, der trotz allem ganz gut mit anderen zusammenarbeiten kann. Ich bin aber nicht teamfähig wenn es darum geht, ewig lange Diskussionen "um des Kaisers Bart" zu führen und nur zu reden anstatt anzupacken und zu tun.

Allen Unkenrufen zum Trotz: Das HOTEL RESTAURANT ZUM LAMM kann sich heute nach über 50 Jahren Familienbesitz sehen lassen und ist auch für die Zukunft bestens gerüstet.

Ich stoße mit Ihnen auf eine weitere gute und glückliche Zukunft für unser HOTEL RESTAURANT ZUM LAMM in Gundelsheim an.

Hotel Zum Lamm in GundelsheimEinen ganz großen Herzenswunsch habe ich noch

Ich wünsche mir von ganzem Herzen weiterhin beständigen Erfolg im LAMM, solange ich noch arbeiten kann und will.

 

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